Unbedenklicher Kulturgenuss: Das Kultur- und Veranstaltungszentrum k1 erstellte für seine Kulturveranstaltungen ein optimales Hygienekonzept.

Die k1-Luft ist rein
Hereinspaziert und wohlgefühlt: k1-Chefin Anke Hellmann und Technischer Leiter Frank Willmann freuen sich zum Spielzeitauftakt auf bevorstehende Veranstaltungen im k1

Die Folgen der Corona-Krise sind für die internationale Kunst- und Kulturlandschaft ein echtes Desaster. Theater- und Opernhäusern, Veranstaltern, Agenturen und freischaffenden Künstlern droht die Insolvenz: Festivals, Galerien, Verlage, Plattenfirmen stehen vor dem Aus, bereits bühnenfertige Shows, Tanz- oder Theaterproduktionen kamen nie zur Aufführung. Der Lockdown hat ihnen im besten Wortsinn das Licht abgedreht. Zu leiden haben gewiss nicht nur die „Kleinen“, nein, dieses Mal trifft es die gesamte Branche und darüber hinaus alles, was irgendwie mit ihr zu schaffen hat. k1-Leiterin Anke Hellmann und der Technische Leiter Frank Willmann sind auch aus diesen Gründen erleichtert, dass im Traunreuter k1 seit September wieder veranstaltet werden darf. Damit sich im Traunreuter Kultur- und Veranstaltungszentrum wieder was rührt, musste das gesamte Team dafür Sorge tragen, dass sich alle – Besucher, Mitarbeiter wie Künstler – sicher fühlen können. Der Umgang mit den neuen „Regeln“, die sich immer wieder änderten (und immer noch ändern), den Sicherheitsauflagen und das notwendige Hygienekonzept, das erarbeitet und nun umgesetzt werden muss, stellte das k1-Team vor neue Herausforderungen. Verantwortungsbewusstsein, Ideenreichtum, ein intensives Auseinandersetzen mit der Thematik und Weitblick waren der Schlüssel zu einem hervorragend funktionierenden Hygienekonzept im Traunreuter k1, bei dessen strikter Einhaltung es das Corona-Virus schwer haben dürfte. Nachdem nun bei deutlich vermindertem Platzangebot wieder die ersten Veranstaltungen über die große k1-Bühne (das Studiotheater bleibt bis auf weiters geschlossen) gegangen sind, war der Technische Leiter zu einem Interview vor Ort bereit. Gelbschwarze Markierungsstreifen weisen schon im Außenbereich den Weg zum Ticketschalter. Der wurde von innen nach außen (durch ein geöffnetes Fenster) verlegt und trennt Abendkasse von Abo-Gästen – letztere müssen nicht anstehen und haben mit ihrer Karte freie Bahn zum Scanner: Hier wird von k1-Mitarbeitern die Eintrittskarte gecheckt. An mehren Stellen können sich die maskierten Besucher an Handdesinfektionsspendern die Hände „baden“.  Die Plätze im Saal sind alle personalisiert und somit, bei etwaigem Corona-Fall, einfach zurückzuverfolgen. Rote Bänder bilden Einbahnstraßen, trennen Aus- und Eingangsweg. Im Foyer weisen rote Markierungen am Fußboden den Weg in den Saal: Auch hier wird getrennt, und zwar in eine rechte und eine linke Saalhälfte. Im Saal angekommen dürfen die Besucher ihre nummerierten Plätze einnehmen und sobald sie sitzen die Masken abnehmen. Zwischen den Gästen (Personen, die nicht verwandt, befreundet oder aus demselben Haushalt sind) besteht ein Abstand von drei Sitzplätzen – das sind mehr als die geforderten ein Meter fünfzig und genauso großzügig gehalten ist der Raum zwischen den einzelnen Reihen. Weil Sicherheit oberste Priorität hat, können zu Corona-Zeiten maximal 130 Gäste pro Vorstellung Kultur genießen – sonst fasst der Saal (mit Galerie) bis zu 600 Besucher. Virenfeindlich ist im k1 auch die Hightech Belüftungsanlage: Frische Luft wird von außen eingesaugt und „fällt“ über Belüftungsschlitze in den Saal, aus dem sie an anderem Ort wieder (als verbrauchte Luft) aufgesaugt und nach draußen geblasen wird. Dabei entsteht kein Durchzug, keine Verwirbelung von Aerosolen und es muss nicht zusätzlich gelüftet werden. Weil diese Lüftungstechnik den Luftaustausch von über 600 Personen schafft, ist bei einer weit geringeren Auslastung die Luft im k1 umso reiner und somit virenfreier. Das gilt für den gesamten k1-Innenraum, also auch für den Garderoben- und Toilettenbereich. Die im Untergeschoss befindliche Garderobe wurde durch zwei weitere im Foyer und auf der Galerie ergänzt. Jacken und Mäntel dürfen aber auch mit in den Saal genommen werden. Alle „coronalen“ Umstrukturierungen gelten auch für die auftretenden Künstler im Backstage-Bereich. „Bisher funktioniert das alles einwandfrei”. Die k1-Gäste sind trotz der neuen Corona-Maßnahmen gut gelaunt und alle sehr bemüht, diese Notwendigen „Einschnitte“ umzusetzen. Beschwerden gab es bislang keine.“, freut sich Hellmann. Im Hinblick auf die kommenden Kultur-Veranstaltungen hoffen Veranstalter und Künstler in diesen schwierigen Zeiten auf steigende Besucherzahlen und natürlich sinkende Infektionszahlen – nicht nur im Bayernlande, sondern am besten weltweit. – Kirsten Benekam