Stadt will Seniorenangebote im Digitalbereich weiter ausbauen
Über 40 Seniorinnen und Senioren sind vergangene Woche ins Heimathaus Traunreut gekommen, um sich über den sicheren Umgang mit Smartphone und Internet zu informieren. Eingeladen hatten der VdK-Ortsverband, das Quartiersmanagement der Stadt Traunreut sowie das BayernLab Traunstein. Die große Resonanz überraschte und freute die Organisatoren.
Nach der Begrüßung durch Quartiersmanagerin Nathalie Bickel führte Christopher Trengert, Leiter des BayernLab Traunstein, durch den Nachmittag. In seinem rund eineinhalbstündigen Vortrag vermittelte er praxisnah, worauf es im digitalen Alltag ankommt – und wo die Grenzen liegen. Eine zentrale Botschaft: Wer ein Smartphone nutzt und Apps installiert, wird zum „gläsernen Kunden“. Ein vollständiger Schutz der eigenen Daten sei dann nicht möglich. Umso wichtiger sei es, sich bewusst zu machen, dass viele Anwendungen darauf ausgelegt sind, Nutzerverhalten auszuwerten und zu beeinflussen, so der Fachmann.
Die Veranstaltung zeigte deutlich, dass die Seniorinnen und Senioren längst digital unterwegs sind. Alle Teilnehmenden besitzen ein Smartphone, viele kommunizieren regelmäßig über WhatsApp, kaufen online ein und einige erledigen auch ihre Bankgeschäfte im Netz.
Ein Schwerpunkt des Vortrags lag auf ganz praktischen Sicherheitstipps. So empfahl der Referent, Updates konsequent durchzuführen. Sie zählen zu den wichtigsten Maßnahmen, um Geräte vor Sicherheitslücken zu schützen. Bei neueren Smartphones laufen diese oft automatisch, bei älteren Modellen sollte regelmäßig in den Einstellungen überprüft werden, ob Aktualisierungen verfügbar sind. Trengert empfahl, Updates möglichst im heimischen WLAN durchzuführen, um nicht alle mobilen Daten aufzubrauchen. Außerdem drängte er darauf, Updates ausschließlich über die Geräteeinstellungen zu installieren, um nicht über Pop-up-Fenster oder Aufforderungen beim Surfen im Internet auf Betrugsversuche hereinzufallen. Auch Apps und Gerätetreiber sollten stets auf dem neuesten Stand sein.
Ergänzend riet der Medienexperte zur Nutzung eines Virenscanners. Schadprogramme, sogenannte Viren, Trojaner oder Ransomware, können sich über unterschiedliche Wege einschleusen. Während bei neueren Windows-Systemen bereits ein integrierter Schutz vorhanden ist, können trotzdem zusätzliche kostenfreie Programme sinnvoll sein, übrigens auch vor allem für ältere Smartphones.
Anhand konkreter Beispiele erklärte Trengert dann, wie betrügerische Nachrichten, so genannte Phishing-Mails, erkannt werden können. Typische Hinweise sind unbekannte Absenderadressen, fehlende persönliche Anrede, sprachliche Fehler oder die Aufforderung, sensible Daten wie PIN oder TAN preiszugeben. Häufig werde zudem künstlicher Zeitdruck aufgebaut. Ein genauer Blick auf die E-Mail-Adresse sowie die Webadresse könne helfen, Fälschungen zu entlarven.
Auch beim Thema Passwörter gab es klare Empfehlungen. Diese sollten mindestens zwölf Zeichen lang sein und aus einer Kombination von Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen bestehen. Wichtig sei vor allem, nicht dasselbe Passwort für mehrere Konten zu verwenden. Gerade dem E-Mail-Konto kommt eine Schlüsselrolle zu, da darüber viele andere Zugänge zurückgesetzt werden können.
Trotz der Fülle an Informationen blieb am Ende noch Gesprächsbedarf. Fragen zu Backups oder zur allgemeinen Smartphone-Sicherheit konnten aus Zeitgründen nicht mehr behandelt werden. Quartiersmanagerin Nathalie Bickel kündigte daher an, weitere Veranstaltungen zu organisieren. Themenvorschläge aus der Bürgerschaft sind ausdrücklich erwünscht, um ein Angebot zu erstellen, das sich an den Lebensrealitäten älterer Menschen orientiert. Die Vorschläge können per E-Mail an bickel.nathalie@traunreut.de geschickt werden.
Auch die Veranstalter zeigten sich zufrieden. Katharina Bartz, Vorsitzende vom VdK-Ortsverband, sprach von einer „durchweg gelungenen Veranstaltung“ und freute sich über die rege Teilnahme. Eine 70-jährige Besucherin brachte es am Ende auf den Punkt: Vieles sei bekannt gewesen, aber es tue gut, sich die wichtigsten Regeln noch einmal bewusst zu machen. Besonders bei Passwörtern und kostenpflichtigen App-Angeboten wolle sie künftig genauer hinschauen.

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