Seit acht Monaten wird an der größten Kindertagesstätte in Traunreut gebaut, am Donnerstag war nun Richtfest für den „Zaubergarten“. Gemeinsam mit Erstem Bürgermeister Hans-Peter Dangschat besichtigten Architekten, Planer, Vertreter der Baufirmen, der Dr. Johannes Heidenhain GmbH und des AWO-Kreisverbandes sowie Mitglieder des Bauausschusses im Stadtrat und Nachbarn den fast fertigen Rohbau für das Gebäude, das ab September 2026 Platz für über hundert Kinder bieten wird. Zum Start soll es drei Kindergartengruppen mit je 25 Kindern und drei Krippengruppen mit je 13 Kindern geben. Träger der Einrichtung wird der AWO-Kreisverband Traunstein e.V. sein. Fördermittel für das Projekt gibt es für den klimafreundlichen Neubau mit Holzbauweise sowie die Betreuungsplätze, die dort entstehen.

Die Dr. Johannes Heidenhain GmbH beteiligt sich nicht nur an den Baukosten, sondern später auch am Betrieb der Einrichtung, eine Kooperation, wie sie in der Region einzigartig ist. Ziel der Zusammenarbeit ist, Beschäftigte dabei zu unterstützen, Familie und Beruf zu vereinbaren. „Die enge Partnerschaft zwischen der Stadt Traunreut und der Dr. Johannes Heidenhain GmbH zeigt, dass Kinderbetreuung ein Gemeinschaftsprojekt von Kommune, Wirtschaft und Gesellschaft ist, und das ist ein ganz starkes Signal.“ betonte Erster Bürgermeister Hans-Peter Dangschat, der sich nach dem traditionellen Richtspruch von Zimmerermeister Lukas Hoppe (Eder Holzbau) und dem Erheben der Richtkrone bei allen Beteiligten bedankte, die seit der Planung bis zur jetzigen Umsetzung an dem Projekt beteiligt sind.

Ulrich Farthofer von Farthofer Architekt ging in einer kurzen Ansprache auf die Besonderheiten des nachhaltigen Neubaus ein: „Man riecht sofort das Holz, wenn man den Rohbau betritt,“ betonte der Architekt. Der Neubau entsteht in Holzbauweise. Auf der Bodenplatte aus Stahlbeton sind Wände und Decken aus Massivholz, und nach der Fertigstellung wird eine Fassade aus Lärchenholz sowie ein Gründach mit Photovoltaikanlage den Bau komplettieren.

Insgesamt wird die Kita gut 2.800 Quadratmeter Bruttogrundfläche und 3.100 Quadratmeter Freiflächen bieten. Neben Gruppenräumen entstehen Spielflure, überdachte Spielbereiche, ein Bewegungsraum, eine Mensa und eine Kinderküche. Besondere Elemente wie ein fest installierter Kletterturm an der zentralen Treppe oder im Boden eingelassene Sprungfelder im Obergeschoss zeigen, wie konsequent hier aus der Perspektive der Kinder gedacht wurde.

Über dem zentralen „Marktplatz“, dem Herzstück der Kita, wird ein großzügiges Oberlicht installiert. Von dort führen alle Wege in die Gruppen- und Funktionsräume und schließlich in den Garten. Im Erdgeschoss führt eine umlaufende Terrasse um das Haus, darüber spannt sich im ersten Stock ein durchgehender Balkon. Zwei große Terrassen im Obergeschoss sind so geplant, dass sie später zu zusätzlichen Gruppenräumen ausgebaut werden könnten. Im September 2026 wird die Kita „Zaubergarten“ zunächst für 114 Kinder öffnen, später können es bis zu 152 werden.

Einer der nächsten großen Schritte der Bauarbeiten ist zum Jahreswechsel der Einbau der Fenster, bevor dann der Innenausbau starten wird. „Ich wünsche allen Beteiligten auf der Baustelle weiterhin unfallfreie Arbeiten und möglichst gutes Wetter“, betonte Hans-Peter Dangschat, bevor die Jungbläser der Blaskapelle Traunreut, die sogenannten „Gelbhemden“, alle Gäste zu einer gemeinsamen Brotzeit in den Rohbau spielten.

Für Traunreut ist der „Zaubergarten“ eines von aktuell drei Großprojekten im Bereich der Kinderbetreuung. In Traunwalchen wächst die Kita Mariä Geburt, und auf dem Gelände der Grundschule Nord entsteht der neue Kindercampus.

(v.l.) Zimmerermeister Franz Eder, Projektleitung Ina Veit, Erster Bürgermeister Hans-Peter Dangschat, Architekt Ulrich Farthofer, Zimmerermeister Lukas Hoppe
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