Der neue Kindercampus in Traunreut wächst sichtbar in die Höhe. Mit einem traditionellen Richtfest hat die Stadt am Montag, 20. Juli, einen wichtigen Meilenstein für eines der größten Bildungsprojekte ihrer Geschichte gefeiert. Bis zum Schuljahr 2027/2028 soll hier der erste Teil eines modernen Lernorts entstehen, an dem Kinder künftig vom Kindergarten bis zum Ende der Grundschulzeit begleitet werden.

Sichtlich Spaß hatten die Kinder aus dem Schulchor

Nach dem traditionellen Richtspruch des Zimmerermeisters Franz Eder und Ansprachen des Ersten Bürgermeisters Hans-Peter Dangschat und des Architekten Prof. Ansgar Lamott hatten die Gäste des Richtfestes die Möglichkeit, die Baustelle in Gruppen zu besichtigen. Musikalisch umrahmt wurde die Feier von den „Gelbhemden“ der Jugendblaskapelle Traunwalchen unter der Leitung von Manfred Berger und dem Schulchor der Grundschule Nord. Durch die Veranstaltung führte die Pressesprecherin der Stadt Traunreut, Evi Dettl.

Der Spatenstich für das Projekt erfolgte vor knapp zwei Jahren. Nach dem Abriss der alten Turnhalle, wurde an deren Standort mit dem Neubau der Grundschule Nord begonnen. Die Schülerinnen und Schüler können so bis zum Umzug in den modernen Kindercampus weiterhin die bisherigen Räumlichkeiten nutzen. Im ersten Bauabschnitt werden derzeit die neue Grundschule mit einer Bruttogrundfläche von ca. 6.200 m² und eine Einfeld-Sporthalle mit einer Bruttogrundfläche von ca. 1.400 m² errichtet. Nach dem Umzug in den Neubau im September 2027, ist auf dem Gelände der Grundschule Nord der Neubau einer Kindertagesstätte geplant. Verbunden werden die beiden Gebäude über einen Kinderboulevard, der einen offenen und zeitgemäßen Bildungs- und Lebensraum für Kinder verschiedener Altersgruppen schafft.

Erster Bürgermeister Hans-Peter Dangschat

„Unser Anspruch ist es, Traunreut zur „Kinderstadt Nummer 1“ zwischen Salzburg und Rosenheim zu entwickeln“, betonte Erster Bürgermeister Hans-Peter Dangschat beim Richtfest. „Mit dem Kindercampus sind wir bestens gerüstet für den schrittweisen Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung und damit stärken wir Traunreut als attraktiven Wohn- und Lebensort für junge Familien“, so Dangschat weiter.

Die neue Grundschule wird mit drei Klassen pro Jahrgang umgesetzt und bietet Platz für insgesamt zwölf Klassen, darunter ein Ganztagszug. Neben den Unterrichtsräumen entstehen eine Mensa, eine Aula, Räume für die Mittagsbetreuung sowie eine Bibliothek als zentraler Lern- und Aufenthaltsbereich. Die Klassenräume werden in sogenannten Clustern organisiert und durch gemeinsame Lernflächen ergänzt. So entstehen moderne Lernlandschaften, die unterschiedliche Unterrichtsformen ermöglichen und das gemeinsame Lernen fördern.

Auch die neue Einfeld-Sporthalle ist Teil des ersten Bauabschnitts. Sie wird künftig sowohl von der Schule als auch von den örtlichen Vereinen genutzt und schafft damit zusätzliche Kapazitäten für den Schul- und Vereinssport.

Beim Bau setzt die Stadt auf Nachhaltigkeit. Das Gebäude wird mit einer flexiblen Stahlbetonskelettbauweise mit CO₂-reduziertem Beton errichtet, die Fassaden erhalten eine Holzverkleidung und im Innenausbau kommt heimische Weißtanne zum Einsatz. Beheizt wird die Schule über das städtische Fernwärmenetz. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach liefert einen Teil des benötigten Stroms. Ergänzt wird das Energiekonzept durch eine natürliche Belüftung, die für ein angenehmes Raumklima sorgt.

Den Planungen für den Kindercampus gingen mehrere Jahre intensiver Vorbereitung voraus. Bereits 2018 begannen die ersten Überlegungen, 2019 wurde der Architektenwettbewerb entschieden. Auf den Weg gebracht hatte das Projekt der damalige Stadtbaumeister Thomas Gätzschmann. Nach seinem Eintritt in den Ruhestand übernahmen Martin Neuhauser und Patrick Hesse aus dem Fachbereich Hochbau die Projektverantwortung. Derzeit laufen die Arbeiten an Dach, Fassade und Innenausbau. Die Fertigstellung von Schule und Turnhalle ist für Sommer 2027 vorgesehen.

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