Breitgefächertes Konzertprogramm in der Aula der Calr-Orff-Schule Traunwalchen
Zeitungsbericht vom Mittwoch, 1. Juli 2026 – Traunreuter Anzeiger – verfasst von Gabi Rasch
Traunwalchen. Das Jahreskonzert der städtischen Sing- und Musikschule Traunwalchen stellt Jahr für Jahr einen musikalischen Höhepunkt im Juni dar. Die Schülerinnen und Schüler präsentieren in der Aula der Carl-Orff-Schule Traunwalchen ihr beeindruckendes Können und sorgen für Abwechslung an einem Abend, der das Publikum begeistert. Auch in diesem Jahr überzeugten sie mit ihrem bisher Erlernten. Das breit gefächerte Konzertprogramm ermöglichte dem Publikum einen Einblick in die Arbeit der Musikschule und zeigte die Ergebnisse des vergangenen Unterrichtsjahres. Für die „Früchte ihrer Arbeit“ ernteten Schüler und Lehrer großen Applaus.
Die Nachwuchsmusikerinnen und Nachwuchsmusiker präsentierten dabei solistisch und in verschiedenen Ensembles ihr musikalisches Können mit Beiträgen aus unterschiedlichen Stilrichtungen – von Blackwell über Vivaldi bis hin zu Eric Clapton. Zur Einstimmung spielte ein Bläserensemble von Manfred Berger, ehe der jüngste Streicher-Nachwuchs namens Kinderklang unter der Leitung von Nelson Diaz mit drei Stücken die Bühne eroberte. Beim neuen Kinderklang-Projekt gilt es zwischen Kinderklang A und B zu unterscheiden. Wie Nelson Diaz erklärte, sei Kinderklang B im Februar dieses Jahres gestartet und arbeite intensiv an den Grundlagen. Kinderklang A sei bereits fortgeschritten. Im Mittelpunkt stehe das gemeinsame Hören. Intonation, Tempo und Zusammenspiel müssten Schritt für Schritt entwickelt werden.
Viel Beifall erhielt auch Josefine Maier für das Concerto G-Dur Largo cantabile – Allegro assai. Die junge Geigerin wurde von ihrem Musiklehrer Alexander Krins am Flügel begleitet. Mit dem ersten Satz aus der Romberg-Sonate in e-Moll stellte auch die Cellistin Emma Brenner mit Klavierbegleitung ihr musikalisches Geschick unter Beweis.
Alpenländische Klänge – „Wann du durchgehst durchs Tal“ – streute ein Posaunen-Ensemble unter der Leitung von Thomas Baur ein, ehe das Duo Moriz (Diatonische) und Leon Graß (Gitarre) Lust auf bodenständige Volksmusik machte. Die Brüder verfügen über ein außerordentliches musikalisches Gespür und Taktgefühl, wie sie mit den Stücken „Mein Heimatland“ und dem Sommernachtswalzer unter Beweis stellten. Dass sich Leon auf Barockmusik versteht, demonstrierte der Schüler mit der Bourrée aus der Suite e-Moll BWV 996, einem beliebten Tanzsatz für Gitarre von Johann Sebastian Bach.
Mit dem bekannten Tango „La Cumparsita“ forderte Letizia Ghimici mit dem Akkordeon das Publikum zum Tanz auf, während die Gitarrenschüler von Barbara Sprüderer die Zuhörer mit Stücken aus der „Wüstensuite“ von Harry Jäger in die orientalische Welt der Beduinen und Schlangenbeschwörer entführten. Eine enorme konditionelle Leistung verlangte das Konzert für Posaune von Nikolai Rimski-Korsakow der Interpretin Josepha Mannhardt ab. Die begabte Schülerin von Thomas Baur wurde von der Musiklehrerin Roswitha Huber am Flügel begleitet.
Mit dem mitreißenden Stück „Daisy“ des deutschen Jazz-Unterhaltungsmusikers und Komponisten Heinz Both sorgte Elias Karban in Begleitung des Musikschulleiters Josef Mayer für swingenden Klarinettensound in der gut temperierten Aula. Selbstbewusst präsentierten sich auch die Geigerin Lola Kuschmann mit „The Boy Paganini“ des amerikanischen Komponisten Eduard Mollenhauer sowie das Streicherquartett der Klasse Regine Schmitt-Welsch. Das Streicherquartett spielte unter anderem ein Menuett von Georg Friedrich Händel.
Moderne und südamerikanische Rhythmen wurden zum Schluss des rund zweistündigen Konzerts angeschlagen. Die Gitarristin Mariella Bosch machte den Anfang mit dem Softrock-Song „Wonderful Tonight“ des britischen Musikers Eric Clapton. Auf die Ballade aus dem Jahr 1977 folgte das Gitarrenorchester Chieming mit Musik aus Peru, Chile und Venezuela. Die pop.com-Band rundete die modernen Klänge mit „Californication“ ab, und die „Drumliner“ um Volker Schöftenhuber setzten mit „Eleven“ und „March for 2 Drums“ mit einem mächtigen Trommelwirbel noch eins drauf. Stürmischer Applaus setzte den Schlusspunkt unter ein wunderbares Konzert, das sowohl mit der Auswahl der Stücke als auch mit dem Können der Musiker eindrucksvolle Akzente setzte.
Im Rahmen der Veranstaltung wurden auch die Preisträgerinnen Josefine Maier und Emma Brenner von „Jugend musiziert“ geehrt. Josefine Maier (Violine) und Emma Brenner (Cello) haben im Trio mit Alicia Pfaffinger (Violine) beim diesjährigen Regionalentscheid in der Kategorie Kammermusik für gemischte Streichinstrumente der Altersgruppe 3 einen 1. Preis gewonnen. Dafür gab es aus den Händen des Fördervereinsvorsitzenden der Musikschule, Hans Jobst, jeweils einen Gutschein. Unter den Gratulanten und Zuhörern waren auch die Bürgermeister der Zweigstellen Nußdorf und Chieming, Toni Wimmer und Stefan Reichelt. Traunreuts Stadtoberhaupt Hans-Peter Dangschat gratulierte ebenfalls und sagte kurz und knapp: „Wir sind stolz auf euch.“
Gabi Rasch