Virtuelle Bürgerversammlung folgt am Mittwoch, 28. Oktober
Von fehlenden Straßenschildern bis zu knappen Bauflächen: Bei den Bürgerversammlungen in Traunwalchen und Sankt Georgen brachten die Besuchenden zahlreiche Anliegen vor. Erster Bürgermeister Hans-Peter Dangschat informierte über städtische Projekte und neue Serviceangebote.
Der Andrang war so groß, dass der Hausmeister noch zusätzliche Stühle herbeischaffen musste. 140 Bürgerinnen und Bürger kamen am Dienstagabend zur Bürgerversammlung in die Carl-Orff-Grundschule Traunwalchen. Am Mittwoch waren rund 50 Besucher in der Aula der Sonnenschule in Sankt Georgen. Sie informierten sich über aktuelle Vorhaben der Stadt und nutzten die Gelegenheit, ihre Fragen direkt an Ersten Bürgermeister Hans-Peter Dangschat sowie die Mitarbeiten-den der Stadtverwaltung, der Stadtwerke, des Bauhofs und des k1 zu richten. An den Infoständen der einzelnen Abteilungen ließ sich manches Anliegen bereits im persönlichen Gespräch klären.

Traunwalchen: Fragen zu Bauflächen und zur Verkehrssicherheit
In Traunwalchen reichte die Themenpalette von fehlenden Straßenschildern bis zum Wunsch nach einem rund um die Uhr geöffneten Dorfladen. Eine Bürgerin aus Hörzing berichtete, dass sich seit dem Abbau der Hinweisschilder an einer Gabelung immer wieder Ortsfremde und Lieferanten verfahren. Besonders problematisch sei es, wenn größere Lastwagen in die Stichstraßen gerieten und mühsam rückwärts wieder herausrangieren müssten. Warum die Schilder entfernt wurden, will die Stadt klären und dann prüfen, ob eine erneute Beschilderung sinnvoll ist.
Eine Bürgerin sprach sich gegen eine geplante Ortserweiterung im Osten aus. Die landwirtschaftlichen Flächen würden von den umliegenden Betrieben dringend benötigt und zudem müsse sorgsam mit Grund und Boden umgegangen werden. Erster Bürgermeister Dangschat erklärte, dass die Stadt sowohl Wohnraum als auch einen verantwortungsvollen Umgang mit den verbleibenden Flächen brauche. Geeignete Bauflächen in der Stadt seien knapp, daher sehe die Stadt vor allem mögliche Perspektiven in Traunwalchen und Oderberg. Zudem werde immer für Kompensationsflächen bei Neubebauungen gesorgt, so Dangschat.
Die Zukunft des Ortskerns war ebenfalls Thema. Seit der Schließung des Gasthauses und des Edeka-Marktes fehlt ein zentraler Anlaufpunkt. Die Stadt führt zu diesem Thema derzeit bereits Gespräche, mit dem Ziel ein Förderprogramm zur Dorfbelebung nach Traunwalchen zu holen. Auch ein rund um die Uhr geöffneter Dorfladen wurde gewünscht, um die Nahversorgung – gerade für Menschen im Schichtdienst oder mit sehr frühem Arbeitsbeginn – zu verbessern. Dangschat hielt eine Umsetzung grundsätzlich für möglich, machte aber deutlich, dass dafür ein Betreiber gefunden werden müsse. Ihm persönlich gefalle der Dorfladen der Jugendsiedlung aber besser, da man dort noch direkt auf Menschen treffe.

Sankt Georgen: Baustellenabschluss und neue Online-Dienste
In Sankt Georgen bedankte sich Hans-Peter Dangschat bei den Anwohnern für ihr Verständnis während der Bauarbeiten an der Uferstraße, am nördlichen Traunweg und an der Irsinger Straße. Dort wurden Wasserleitungen und Hausanschlüsse erneuert. Bis Ende des Jahres soll die Maßnahme abgeschlossen sein. Zugleich wurde die Versickerung durch Tiefenrigolen verbessert, damit der Boden auch bei Starkregen mehr Wasser aufnehmen kann. Für 2027 ist die Erneuerung weiterer Leitungen am südlichen Traunring vorgesehen.
Zum Bericht des Ersten Bürgermeisters gehörten auch Neuerungen im Bürgerservice, die für die gesamte Stadt relevant sind. Mit Bürgerservice-Live sollen künftig auch Behördengänge online von zu Hause aus möglich sein, für die ein persönliches Erscheinen vorgeschrieben ist. Dazu gehören beispielsweise die Beantragung von Führungszeugnissen und Meldebescheinigungen. In einer Videokonferenz können solche Termine mit den Mitarbeitenden des Bürgeramts virtuell und dennoch persönlich erledigt werden. Eine Bürgerservicebox, die den bekannten Paketabholstationen gleicht, soll zudem die Abholung beantragter Ausweise außerhalb der Rathausöffnungszeiten ermöglichen. Über einen Zugangscode können Bürger ihre Dokumente dann auch nach Feierabend abholen. Diese Box soll Anfang 2027 in Betrieb genommen werden. Dieser Service ergänze das Angebot des Bürgeramts, das natürlich auch weiterhin zu den gewohnten Zeiten persönlich besucht werden könne, betonte Dangschat.
Ein Ruhebankerl am neuen Radweg
Bei den Fragen aus dem Publikum konnte ein Anliegen direkt geklärt werden: Eine Besucherin lobte den Radweg zwischen Anning und Fasanenjäger und regte an, dort eine Bank aufzustellen. Auf der landschaftlich schönen Strecke könnten Radfahrer und Spaziergänger dann eine Pause einlegen. Dangschat sagte zu, dass bereits geplant sei, dort eine Bank aufstellen zu lassen.
Auch der neue Info-Point im Fasanenjäger geht auf eine Initiative aus der Bürgerschaft zurück. Mit Unterstützung der Stadt wurde ein Schaukasten eingerichtet, an dem die Bewohner Termine, Ideen und Informationen für ihre Nachbarschaft veröffentlichen können. Das Angebot werde bereits rege genutzt, berichtete Dangschat.
Auf die Frage, wie das bisherige Hagebau-Gebäude in der Innenstadt genutzt werden soll, sobald der Baumarkt an den Stadtrand in das ehemalige BayWa-Gebäude umgezogen ist, zeigte sich Erster Bürgermeister Dangschat optimistisch, dass sich an dem attraktiven Standort sicher wieder Gewerbe ansiedeln lasse. Erfreut äußerte er sich auch über den neuen Standort der Firma Brückner in Oberdorf. Hier habe die Stadt die Bauleitplanung zügig voranbringen können.
Wer bei den beiden Präsenzversammlungen nicht dabei sein konnte, hat am Mittwoch, 28. Oktober, um 19 Uhr nochmals Gelegenheit, sich von zu Hause aus zu informieren und Fragen einzubringen. Die digitale Bürgerversammlung wird über www.traunreut.de und die Social-Media-Kanäle der Stadt auf Facebook, Instagram, YouTube und TikTok live übertragen. Fragen können direkt über die jeweilige Kommentarfunktion oder bereits vorab unter buergerversammlung@traunreut.de und hier eingereicht werden.
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