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Volkstrauertag: Stilles Gedenken am Mahnmal

18.11.2020

Bürgermeister legt Kranz nieder

Volkstrauertag in St. Georgen, Traunreut
Volkstrauertag in St. Georgen, Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal

Aufgrund der Vorschriften zur Corona-Pandemie war in diesem Jahr kein öffentlicher Festakt zum Volkstrauertag möglich. Bürgermeister Hans-Peter Dangschat legte daher bereits am Freitagnachmittag ohne Beteiligung der Öffentlichkeit einen Kranz am Mahnmal am Rathausplatz nieder. In stillem Gedenken an die Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege schlossen sich die drei Geistlichen der Traunreuter Kirchengemeinden an.

Bei den Gottesdiensten am Samstag in Traunreut und am Sonntag in Traunwalchen sprach das Stadtoberhaupt dann ein kurzes Grußwort und ging auf die Bedeutung des Volkstrauertages eines. Er führte unter anderem aus: „Frieden wünschen sich die Menschen auf der ganzen Welt. Den unschätzbaren Wert von Frieden erfassen wir nur, wenn wir betrachten, was Unfrieden oder gar Krieg bedeuten.“ Der Zweite Weltkrieg habe zur Folge gehabt, dass über 14 Millionen Deutsche zwischen 1944 und 1950 aus den Ostgebieten von Flucht und Vertreibung betroffen waren, etwa zwei Millionen von ihnen seien dabei gestorben. „Unser Gedanke am heutigen Tag gilt den unzähligen Opfern von Krieg und grausamer Gewalt, nicht nur jenen aus der Vergangenheit, sondern auch denen, die in unseren Tagen zu beklagen sind“, so der Bürgermeister.

Die Welt sei in den letzten Jahren leider nicht friedlicher oder etwa vernünftiger geworden: „Im Gegenteil, es vergeht weltweit kein Tag ohne Meldungen über Angriffe, Kämpfe und Vergehen gegen die Menschlichkeit.“ Frieden könne nur erreicht werden, „wenn wir alle uns für ein von Respekt getragenes Zusammenleben einsetzen, wenn wir verstehen, dass jeder Mensch ein Recht auf seine Würde hat und Verletzungen dieser Würde sehr oft nicht nur zu kleinen Streitigkeiten führen, sondern daraus großer Unfrieden, große Zerwürfnisse bis hin zu Auseinandersetzungen mit kriegerischen Handlungen werden können.“

Man dürfe daher kein menschenverachtendes Verhalten dulden, egal aus welchen Gründen dieses resultiert, und sich stets vor Augen halten, dass aus kleinsten Anfängen eine Lawine entstehen könnte mit einer Dynamik, die dann vielleicht nicht mehr beherrschbar oder umkehrbar sein könnte. Hans-Peter Dangschat schloss: „Für unsere Generation und für die kommenden Generationen ist aus vergangenen aber auch aktuellen Geschehnissen die Verpflichtung erwachsen, die Erinnerung an die Opfer von Kriegen, Terrorismus und Gewalt aus unserem eigenen Land und aus anderen Ländern wach zu halten. Die Gefallenen und Ermordeten haben einen Anspruch darauf, dass wir ihrer gedenken.“

Auch in St. Georgen wurde der Volkstrauertag würdig begangen. Am Kriegerdenkmal an der Kirche fand die Kranzniederlegung statt. In der Kirche hat Traunreuts zweiter Bürgermeister Reinhold Schroll als Vertreter der Stadt Traunreut gesprochen.

Text: Pia Mix und Stadt Traunreut

Volkstrauertag , Traunreut
Zum Volkstrauertag trafen sich im stillen Gedenken (von links) Bürgermeister Hans-Peter Dangschat und die Pfarrer Thomas Tauchert, Stefan Hradetzky sowie Konstantin Reinhold Bartok vor dem Mahnmal am Rathausplatz

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