Informationen über Unterstützungsmöglichkeiten für ein selbstbestimmtes Leben im Alter
Ein zusätzlicher Handlauf in der Küche, ein Sensorlicht im Flur oder ein Haltegriff an der Badewanne – oft sind es kleine Veränderungen, die im Alltag einen großen Unterschied machen können. Wie Seniorinnen und Senioren möglichst lange sicher und selbstbestimmt in ihrer vertrauten Umgebung leben können, darum ging es beim Aktionstag „Zu Hause daheim“ im Mehrgenerationenhaus Traunreut. Rund 30 Interessierte waren der Einladung des Quartiersmanagements der Stadt Traunreut und des Mehrgenerationenhauses gefolgt.
Die Veranstaltung fand im Rahmen der bayernweiten Aktionswochen „Zu Hause daheim“ statt, die vom Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales organisiert werden. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Unterstützungsmöglichkeiten es für ältere Menschen und ihre Angehörigen vor Ort gibt, und wie man sich im oft unübersichtlichen Angebot aus Beratungen und Hilfen besser zurechtfinden kann.

Bereits bei der Begrüßung durch Quartiersmanagerin Nathalie Bickel von der Stadt Traunreut und Veronika Ebner vom Mehrgenerationenhaus wurde deutlich, wie groß das Interesse an dem Thema ist. Bickel zeigte sich erfreut über die gute Resonanz. „Wir wollen die unterschiedlichen Angebote für ältere Menschen sichtbar machen und aufzeigen, wo sie Unterstützung bekommen. Heute haben wir verschiedene Ansprechpartner gebündelt, damit Menschen sehen, an wen sie sich mit ihren individuellen Bedürfnissen wenden können. Uns ist wichtig, ein wenig Licht in den Dschungel der vielen Angebote zu bringen“, sagte sie. Zugleich hob sie die enge Zusammenarbeit mit dem Mehrgenerationenhaus hervor, das für viele Menschen inzwischen zu einer wichtigen Anlaufstelle geworden sei.
Im anschließenden Impulsvortrag griff Katharina Babl vom Bayerischen Roten Kreuz den Gedanken der Vernetzung auf und stellte gleich zu Beginn fest: „Ohne einander geht es nicht.“ Damit spannte sie den Bogen zum Kern des Vormittags, dem Zusammenspiel verschiedener Unterstützungsangebote und der Frage, wie Menschen möglichst lange in den eigenen vier Wänden leben können. Raum für Raum führte sie die Besucherinnen und Besucher gedanklich durch eine Wohnung – vom Hauseingang bis ins Badezimmer. Dabei zeigte sie auf, wo im Alltag Risiken entstehen können und welche Veränderungen häufig schon mit wenig Aufwand mehr Sicherheit schaffen.
Ein Handlauf an der Küchenzeile könne beispielsweise bei Schwindel Halt geben, eine Stehhilfe das Arbeiten erleichtern. Für Menschen mit Demenzerkrankungen könne ein sogenannter Herdwächter sinnvoll sein: Er unterbricht die Stromzufuhr automatisch, wenn eine Herdplatte zu heiß wird. Auch auf eine gute Beleuchtung legte die Referentin besonderen Wert – etwa durch Bewegungsmelder oder Lichtleisten, die nachts den Weg vom Schlafzimmer ins Bad ausleuchten.
Die Tipps stießen bei den Zuhörenden auf offene Ohren. Immer wieder wurde zustimmend genickt, aufmerksam mitgeschrieben oder nach konkreten Möglichkeiten gefragt. Vieles klang erstaunlich einfach und gerade deshalb alltagstauglich. Besondere Aufmerksamkeit galt dem Badezimmer. Haltegriffe oder Einstiegshilfen könnten häufig schon viel bewirken, erklärte Babl. In anderen Fällen seien auch größere Umbaumaßnahmen sinnvoll, insbesondere bei zunehmenden Mobilitätseinschränkungen. Deutlich wurde an diesem Vormittag aber auch: Lösungen müssen individuell sein. Die Wohnberatung des BRK bietet deshalb Hausbesuche an, um die Situation vor Ort einzuschätzen und gemeinsam mit Betroffenen und Angehörigen passende Maßnahmen zu entwickeln. Darüber hinaus unterstützt sie bei Fragen zur Finanzierung und bei Anträgen.

„Irgendwann braucht jede und jeder von uns Hilfe, um weiterhin möglichst selbstbestimmt leben zu können – oder unseren Angehörigen das Leben zu erleichtern“, so Erster Bürgermeister Hans-Peter Dangschat. „Die Aktionswochen machen auf dieses Thema aufmerksam, aber auch außerhalb dieses Zeitraums unterstützt die Stadt Traunreut mit der kostenlosen und unabhängigen Beratung unseres Quartiersmanagements. Bitte nutzen Sie dieses Angebot bei der Wohnberatung, aber auch bei sämtlichen anderen Fragen rund ums Älter werden. Wir unterstützen Sie sehr gerne!“, so Dangschat weiter.
Im Anschluss an den Vortrag nutzten viele Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit zum persönlichen Austausch. Neben der BRK-Wohnberatung stellten sich auch der Pflegestützpunkt des Landkreises Traunstein, die Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB), der Seniorengarten „Auszeit“ sowie das Quartiersmanagement der Stadt Traunreut vor.
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