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Traunreut, 6. Juni 2018

10 Jahre Mehrgenerationenhaus

Das Traunreuter Mehrgenerationenhaus – eine zehnjährige Erfolgsgeschichte
Durchschnittlich 60 Besucher am Tag
Der Begegnungsraum im Mehrgenerationenhaus war voll besetzt mit Besuchern der Jubiläumsfeier, (vorne von links) Bürgermeister Klaus Ritter, Alois Glüc
Der Begegnungsraum im Mehrgenerationenhaus war voll besetzt mit Besuchern der Jubiläumsfeier, (vorne von links) Bürgermeister Klaus Ritter, Alois Glück und stellvertretender Landrat Sepp Konhäuser. Stehend Dr. Norbert Wolff, im Landratsamt Traunstein zuständiger Gruppenleiter des Hauses.

 

Das Traunreuter Mehrgenerationenhaus wurde am 6. Juni 2008 eröffnet. Genau zehn Jahre später fand diesen Mittwoch eine kleine Jubiläumsfeier statt, um nach den Worten von Dr. Norbert Wolff „10 Jahre Beratungs-, Vernetzungs-, Bildungs- und Sozialarbeit im Herzen der dynamischen Stadt Traunreut" zu feiern.

 

Im Jahr 2006 startete die Förderung der Mehrgenerationenhäuser durch das Bundesministerium für Familie mit der Idee, das Konzept der Großfamilie in die moderne Gesellschaft zu übertragen. Die Häuser sollten Begegnungsstätte und Anlaufpunkt sein für alle Generationen.  Heute gibt es in Deutschland in rund 540 Gemeinden und Stadtteilen Mehrgenerationenhäuser. Der Landkreis Traunstein bewarb sich 2007 um die Teilnahme am Bundesprogramm und legte als Standort das Zentrum der größten Stadt im Landkreis fest. Tobias Schedlbauer war damals Projektleiter und hatte die große Aufgabe, die unterschiedlichsten Institutionen hier unter ein Dach zu bringen mit dem Ziel der Vernetzung und niederschwelligen Hilfe. Dr. Uwe Wenzel und Evi Schenkl waren anfangs die beiden Koordinatoren, die sich um alles kümmerten. Mit dem Tod von Dr. Wenzel 2017 verlor das Haus einen Menschen, „der es geprägt hat wie sonst niemand und der uns als Kollege und Mensch sehr fehlt", wie Dr. Wolff, als Gruppenleiter im Landratsamt für das Mehrgenerationenhaus zuständig, in seiner Ansprache erklärte.

 

Der ehemalige Landtagspräsident Alois Glück ist Pate des Hauses und erinnert sich noch gut an die Anfangszeit: „Hier wurde Innovation im sozialen Bereich geschaffen, man betrat damals absolutes Neuland.“ Nach seinen Worten ist es wichtig, ein „menschliches Netzwerk“ zu bilden, Unterstützung zu geben und die Hilfebedürftigen durch die Vielfalt der speziellen Angebote zu führen. „Es ist unglaublich wertvoll, eine Stelle zu haben, wo vermittelt wird und die Akteure sich untereinander kennen“, so Alois Glück. Für ihn gehört zu den verschiedenen Diensten auch das Ehrenamt, denn „wer sich engagiert, gewinnt“. Die Arbeit im sozialen Bereich, ob haupt- oder ehrenamtlich, sei immer eine Bereicherung und man erfahre viel, das sinnstiftend ist. Der stellvertretende Landrat Sepp Konhäuser erinnerte daran, dass, als im Jahr 2016 ein Antrag zur Aufnahme in das neue Bundesprogramm Mehrgenerationenhäuser anstand, der Kreisausschuss einen klaren Beschluss gefasst hat, der lautete: „Der Landkreis Traunstein bekennt sich zum Mehrgenerationenhaus Traunreut, das ein wichtiger Bestandteil der kommunalen Planungen zum demografischen Wandel und zur Sozialraumentwicklung ist.“ Er betonte: „Damit ist der Landkreis weiterhin Träger des Hauses und darauf sind wir stolz.“

 

Bürgermeister Klaus Ritter führte aus, dass am gestiegenen Wohlstand der Gesellschaft nicht alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen teilhaben: „Aktuell sind in Traunreut 526 Menschen arbeitslos. Von den rund 1800 Sozialwohnungen des gesamten Landkreises befinden sich circa 1350 in Traunreut. Dies spiegelt sich sichtbar in der beengten Finanzkraft der Bewohner wieder.“ Zudem sei die Stadt durch den Zuzug von Arbeitskräften aus dem östlichen EU-Raum und der damit verbundenen schnell steigenden Kinderzahlen geprägt. Dadurch sei es notwendig geworden, den zwölften Kindergarten in der Stadt zu bauen und durch den Zuzug entstandene sprachliche, kulturelle als auch Wohnraum bedingte Probleme machten der Stadt Sorgen. Umso mehr sei es von Vorteil, „seit nunmehr zehn Jahren ein Mehrgenerationenhaus mit all seinen Dienstleistungen vor Ort zu haben.“ Es sei Bindeglied in den Landkreis hinein und dank der örtlichen Nähe könnten die Angebote besser wahrgenommen und somit schneller und direkter geholfen werden.

 

Dr. Wolff beließ es nicht beim Rückblick auf die vergangenen zehn Jahre, er gab auch einen Ausblick. Aktuell gibt es im Mehrgenerationenhaus drei Koordinatorinnen: Veronika Ebner, Angela Auer und Irmgard Riedl. Als wichtige Aufgaben sehen sie nach wie vor Beratung, Vernetzung, Bildung und Sozialarbeit, die auch präventiv und vor allem niederschwellig angeboten wird. Positive Auswirkungen auf die Jugendhilfe im Landkreis seien deutlich erkennbar. Im Durchschnitt nehmen täglich 60 Besucher die unterschiedlichen Angebote des Hauses wahr. In Zukunft soll der Jugendmigrationsdienst, der seit dem Tod von Dr. Wenzel unbesetzt war, wieder installiert werden. Als neuen Schwerpunkt wird man sich im Mehrgenerationenhaus außerdem der Lese-, Schreib- und Rechenkompetenzen von älteren Jugendlichen und Erwachsenen, sprich Analphabeten, annehmen. Und das Traunreuter Mehrgenerationenhaus wird Vorbild für die Schaffung eines neuen Beratungszentrums in Trostberg sein, das auf Anregung von Landrat Siegfried Walch eingerichtet werden soll.

 

Die musikalische Untermalung der Jubiläumsfeier übernahmen mit dem dreijährigen Schorschi und seiner Mutter Julia Dubowy zwei Klienten des Mehrgenerationenhauses. Julia Dubowy besuchte mit ihrem Sohn die Familienschatzinsel und war so angetan von dem Angebot, dass sie sich entschloss, selber ehrenamtlich mitzuhelfen. Im Anschluss an den offiziellen Teil hatten die Besucher der Jubiläumsfeier ausreichend Gelegenheit zum Austausch und genossen die Köstlichkeiten vom kalten Buffet.

 

Bild und Text: Pia Mix


Grossansicht in neuem Fenster: 10 Jahre MGH: Der Begegnungsraum im Mehrgenerationenhaus war voll besetzt mit Besuchern der Jubiläumsfeier, (vorne von links) Bürgermeister Klaus Ritt

10 Jahre MGH: Der Begegnungsraum im Mehrgenerationenhaus war voll besetzt mit Besuchern der Jubiläumsfeier, (vorne von links) Bürgermeister Klaus Ritter, Pate Alois Glück und stellvertretender Landrat Sepp Konhäuser.

Grossansicht in neuem Fenster: Das Team des Mehrgenerationenhauses (von links) Irmgard Riedl, Angela Auer, Dr. Norbert Wolff und Veronika Ebner

Das Team des Mehrgenerationenhauses (von links) Irmgard Riedl, Angela Auer, Dr. Norbert Wolff und Veronika Ebner.

 

 

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