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Abgeordneter im Europäischen Parlament Arne Gericke (MdEP) zu Besuch in Traunreut - „Deutschland ist in Europa schon beliebt“

Arne Gericke, Abgeordneter im Europäischen Parlament, kam aus seiner Heimat im Hohen Norden Deutschlands nach Bayern und besucht derzeit mehrere Kommunen. Er will bei seiner Tour hören und erfahren, welche Probleme es vor Ort gibt, die er in Brüssel eventuell zur Sprache bringen könnte. In Traunreut machte der geborene Hamburger am Montag, 4. Juni 2018 Station und trug sich in das Goldene Buch der Stadt Traunreut ein.
Bürgermeister Klaus Ritter überreichte Arne Gericke ein Präsent.
Als Dank für den Besuch überreicht Bürgermeister Klaus Ritter ein Geschenk an Arne Gericke.

Seit einem Jahr ist Arne Gericke Mitglied der Freien Wähler und dies ist wohl auch der Grund, warum er ausgerechnet Traunreut in seine Bayern-Tour mit aufgenommen hat. Er fragte im Vorfeld bei Bürgermeister Klaus Ritter, der der gleichen Partei angehört, nach, ob ein Besuch willkommen wäre und wurde eingeladen. Bei seinem rund zweistündigen Aufenthalt im Rathaus nutzten einige Stadträte die Gelegenheit Fragen zu stellen. Der Abgeordnete bezeichnete sich selber als durchaus „europakritisch" und sagte: „Europa ist grundsätzlich nicht verkehrt. Wir müssen nur das herausziehen, was für uns als Staat wichtig erscheint." Auf die Frage von Günther Dzial, ob Deutschland zu dominant geworden sei, betonte er: „Deutschland ist in Europa schon beliebt. Wir sind auch oft Vorreiter." Dennoch sei es leider ein deutsches Wesensmerkmal, Dinge zu verkomplizieren und die Verwaltungsapparate manchmal noch zusätzlich aufzublähen. Nach Meinung des SPD-Stadtrates kommt vom Europäischen Parlament nicht viel Positives und der ganze Apparat sei zu träge.

 

Ein Anliegen, das die Verwaltung und der Stadtrat an den Abgeordneten herantrugen, ist die Handhabung von Ausschreibungen für Projekte, die ab einer gewissen Größe Europaweit erfolgen müssen. Nach Meinung von Stadtbaumeister Thomas Gätzschmann stellen diese Ausschreibungen einen enormen Aufwand für die Verwaltung dar. Er wäre froh, wenn die Schwellen, ab wann eine Ausschreibung in ganz Europa erfolgen muss, nach oben gesetzt würden. Als Beispiel nannte er den Bau des k1, bei dem sich nur eine einzige nicht deutsche Firma aus dem Raum Salzburg an der Ausschreibung beteiligte. Ansonsten waren nur nationale Firmen beteiligt, wozu Gätzschmann meint: „Das hätten wir auch anders erreichen können und viel einfacher." Der europäische Gedanke sollte seiner Meinung nach nur bei den wirklich ganz großen Projekten eine Rolle spielen.

 

Zur Frage der Europa-Migranten aus den östlichen Mitgliedsstaaten, die gerade auch in Traunreut eine große Rolle spielen und um ein Vielfaches mehr sind als die Flüchtlinge, meinte Gericke: „Seien sie froh, dass sie mehr Europamigranten haben als Asylanten. Die sind uns kulturell doch näher." Er sei aber auch der Meinung, dass hier generell eine Änderung notwendig wäre. In Deutschland seien Migranten „herzlich willkommen", ohne dass man sich im Klaren sei, welche Folgen das mit sich bringt. Gericke: „Wir können nur froh sein um jede christliche Gemeinde, die einen funktionierenden Hilfsapparat für diese Leute aufbaut." In der Frage der Migranten und Asylanten sei Regierungs-Verantwortung notwendig.

 

Zum Thema Plastikmüll meldete sich Gretl Gineiger zu Wort. Bei 110 Millionen Tonnen Plastikmüll, der jährlich in der EU anfällt, sei es geradezu lächerlich, um Strohhalme und Wattestäbchen zu diskutieren. Der Abgeordnete gab ihr Recht: „Im Augenblick sind wir mal wieder dabei, uns das Leben künstlich schwer zu machen." Der Müll sei generell ein Problem und er würde sich wünschen, dass Unternehmen gefunden werden, „die Visionen haben" und Ideen entwickeln, wie der ganze Plastikabfall sinnvoll verarbeitet beziehungsweise wieder verwertet werden kann. Die Grünen-Stadträtin plädierte eher dafür, den Müll von vornherein zu vermieden und nicht alles in Plastik einzupacken. Hier könnte nach Ansicht von Arne Gericke auch sinnvoll sein, das in Deutschland geltende Pfandsystem in der ganzen EU umzusetzen.

 

Arne Gericke, Jahrgang 1964, wurde in Hamburg geboren, verbrachte dann aber seine Kindheit mit der Familie in Papua Neuguinea, wo sein Vater Leiter einer Missionsstation war. 1979 kehrte er zurück nach Deutschland und absolvierte eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann. Später leitete er ein Seniorenzentrum und war als Trauerredner und Seelsorger selbstständig. Als Landesvorsitzender und Spitzenkandidat der Familien-Partei erreichte Gericke 2011 bei den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern einen Spitzenwert von 1,5 Prozent und führte die Partei fünf Jahre lang als Bundesvorsitzender. Seit 2014 ist er Abgeordneter im Europäischen Parlament und dort Mitglied der drittstärksten Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer (EKR). Laut der unabhängigen Plattform "mepranking.eu" ist Arne Gericke aktuell Zweitaktivster unter den 96 deutschen Abgeordneten. Er ist verheiratet, hat vier eigene Kinder und zusätzlich drei Geschwisterpflegekinder.

 


Text: Pia Mix und Stadt Traunreut

Bilder: Foto Gastager/Reinhard Winkler

 

Grossansicht in neuem Fenster: Arne Gericke trug sich ins Goldene Buch der Stadt Traunreut ein.

Arne Gericke trug sich ins Goldene Buch der Stadt Traunreut ein.

Grossansicht in neuem Fenster: Arne Gerickes Eintrag im Goldenen Buch der Stadt Traunreut

Arne Gerickes Eintrag im Goldenen Buch der Stadt Traunreut

Grossansicht in neuem Fenster: Bei seinem Besuch mit anwesend waren die Stadträte (von links) Günther Dzial, Bürgermeister Klaus Ritter, Konrad Unterstein, Helga Zembsch, Gretl Gine

Bei seinem Besuch mit anwesend waren die Stadträte (von links) Günther Dzial, Bürgermeister Klaus Ritter, Konrad Unterstein, Helga Zembsch, Gretl Gineiger, Konrad Blank und Ernst Ziegler.

Grossansicht in neuem Fenster: Arne Gericke im Gespräch mit den Mitgliedern des Traunreuter Stadtrats

Arne Gericke im Gespräch mit den Mitgliedern des Traunreuter Stadtrats.

 

 

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