Noch wirkt das neue Beet vor dem Schwimmerbecken im Traunreuter Freibad aufgeräumt, fast ein wenig karg, wie es so in der Frühlingssonne liegt. Wenn am 8. Mai die Tore des Schwimmbads öffnen, soll es hier bunt blühen. Da sind sich Maria Freutsmiedl und Josef Eder, die beiden Gärtner-Azubis mit der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau der Stadt Traunreut, sicher.

Die beiden 18-Jährigen hatten von ihrem Ausbilder Ulrich Bühler einen besonderen Auftrag für die Osterferien bekommen: Sie durften ein großes Beet im Traunreuter Freibad selbstständig gestalten, von der Planung bis zur Umsetzung.

Die beiden Azubis im zweiten Ausbildungsjahr nahmen die Herausforderung gerne an. Noch bevor der erste Spatenstich gesetzt wurde, analysierten sie Standort, Flächengröße, Bodenbeschaffenheit und Lichtverhältnisse. Ihre Ergebnisse fassten sie in einer Präsentation zusammen, sie bildete die Grundlage für alle weiteren Schritte.

Auf dieser Basis entstand ein detaillierter Pflanzplan, der nicht nur Arten und Stückzahlen festlegte, sondern auch einem klaren gestalterischen Konzept folgte: Eine sanfte Wellenform aus Leitstauden wie Fingerstrauch, Roseneibisch und Lavendel zieht sich durch das Beet, angelehnt an die Bewegung des Wassers. „Wir wollten, dass sich das Schwimmbad auch im Beet widerspiegelt“, erklärt Josef.

Neben dem Muster hatten die beiden auch die Farbharmonie und den ökologischen Aspekt im Blick: Sonnenhut, Steppen-Salbei, Katzenminze, Polster-Phlox und Blaukissen fügen sich zu einem stimmigen Gesamtbild und gelten darüber hinaus als besonders bienen- und insektenfreundlich.

Fünf Tage dauerte die Umsetzung, einen Tag länger als geplant, da die Beschaffenheit des Bodens deutlich schlechter war als gedacht. „Wir mussten mehr Erde austauschen als ursprünglich geplant“, erklärt Maria Freutsmiedl die kleine Verzögerung. Am ersten Tag begannen die beiden, mit Bagger und Spaten, vorhandene Sträucher auszugraben und zu sichern. Sie räumten die Fläche und entsorgten das alte Material. Der zweite Tag gehörte dem Boden: Erde wurde ausgetauscht, gelockert, gedüngt und mit Substrat verbessert. Am dritten Tag folgte die Pflanzung. Danach wurde angegossen, gemulcht und aufgeräumt. Ein straffer Zeitplan, der aber insgesamt gut eingehalten wurde.

Die Zufriedenheit nach der Fertigstellung ist daher groß sowohl bei den Azubis als auch bei Ausbilder Ulrich Bühler. „Die beiden haben dieses Projekt wirklich super umgesetzt und alles sehr gut durchdacht und geplant. Das Endergebnis kann sich wirklich sehen lassen“, lobt der Gärtnermeister die beiden, die das Beet in den nächsten Monaten weiter pflegen und entwickeln werden, bis die Blumen und Sträucher gut angewachsen sind und sich die Pflanzendecke komplett geschlossen hat. 

Für die Auszubildenden bleibt vor allem die Erfahrung. „Die Planung und das Erstellen der Skizzen fand ich besonders spannend“, sagt Maria. Und Josef ergänzt: „Mir hat das Pflanzen eigentlich am besten gefallen. Denn man sieht sofort, was man geschafft hat, ein gepflegtes Beet, das in wenigen Wochen erblühen wird.“

Vielleicht ist genau das die Stärke dieses Projekts: Es zeigt, was möglich ist, wenn Verantwortung früh übertragen wird und mit ihr das Vertrauen, dass aus Ideen etwas Großes wächst. 

Bildunterschrift:

1 –Josef Eder und Maria Freutsmiedl, Auszubildende im Garten- und Landschaftsbau bei der Stadt Traunreut, bearbeiten ein Beet im Traunreuter Freibad.

2 – Die beiden Azubis Josef und Maria bepflanzen das Beet vor dem Schwimmerbecken im Traunreuter Freibad.

3 – Ausbilder Ulrich Bühler (Mitte) freut sich über den großen Einsatz seiner beiden Azubis.

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