Neben der 55-jährigen Geschichte des Kindergartens St. Georgen und dem Abschied der langjährigen Leiterin Silvia Arndt standen beim Jubiläumsfest, am Sonntag, 28. Juni, die Kinder im Mittelpunkt, die den Kindergarten heute mit Leben füllen. Mit Liedern, Tänzen und eigenen Beiträgen gestalteten sie das Programm und machten so deutlich, was den Kindergarten seit Jahrzehnten ausmacht, die wertschätzende Atmosphäre und die gute Gemeinschaft.

Schon beim Einzug in den Saal des gut gefüllten k1 wurde das sichtbar. Gemeinsam mit ihren Erzieherinnen marschierten die Kinder singend zum Lied „Tsch Tschu Tschu, die Eisenbahn“ ein. Viele hatten sich für den besonderen Tag mit Glitzer, Tüll, bunten Hüten oder selbst gestaltetem Kopfschmuck chic gemacht.

Leiterin Silvia Arndt begrüßte die zahlreichen Gäste und betonte, dass die Kinder bereits seit Januar für diesen besonderen Tag geprobt hätten. „Sie freuen sich sehr darauf, endlich zeigen zu dürfen, was sie gemeinsam vorbereitet haben“, sagte sie. Gleichzeitig erinnerte sie daran, wie sehr sich die pädagogische Arbeit in den vergangenen 55 Jahren verändert habe. Geblieben sei jedoch das Ziel, Kindern einen Ort zu bieten, an dem sie sich sicher fühlen und in einer wertschätzenden Atmosphäre entwickeln können. „Wir sorgen mit Freude, Liebe und Geduld für die uns anvertrauten Kinder, damit sie in einer wertschätzenden und sicheren Umgebung aufwachsen können“, versprach die erfahrene Pädagogin.

In seinem Grußwort hob Erster Bürgermeister Hans-Peter Dangschat die Arbeit des gesamten Teams hervor. Der Kindergarten St. Georgen gehöre seit Jahren zu den gefragtesten Einrichtungen der Stadt. „Das liegt nicht an dem Gebäude, sondern an den Menschen, die hier arbeiten. Über Jahrzehnte ist ein besonderer Geist entstanden, der auch an neue Kolleginnen weitergegeben wird“, erklärte er. Sein Dank galt auch dem Elternbeirat, der als Bindeglied zwischen Familien und Kindergarten eine wichtige Aufgabe übernehme.

Dass dieser besondere Geist den Alltag bestimmt, machte auch der Elternbeirat in seinem Grußwort deutlich. Der Kindergarten sei weit mehr als ein Ort der Betreuung. Hier entstünden erste Freundschaften, hier werde gebaut, geforscht, musiziert und ausprobiert. Für viele Kinder sei die Einrichtung in St. Georgen eine Villa Kunterbunt, ein Forscherraum, eine Baustelle und eine Klangwelt zugleich. Als Geschenk zum Jubiläum überreichte der Elternbeirat einen Scheck über 550 Euro.

Danach übernahmen wieder die Kinder die Bühne. Die Jüngsten tanzten zu „Hansl tanz mit mir“, begleitet von der Kindergartengruppe, den St. Georgener Musiwuidn. Anschließend zeigten sie den Gästen ihren Kindergarten aus ihrer eigenen Perspektive. In einem selbst produzierten Video führten sie durch die Gruppenräume, beantworteten Fragen und moderierten selbst. Mit ihren spontanen Antworten sorgten sie immer wieder für Lacher im Publikum.

Großen Beifall erhielten auch die Tanzzwerge. Sie nahmen die Gäste mit auf eine Reise durch die vergangenen Jahrzehnte – von den Siebzigern über die Achtziger bis in die Gegenwart. Zum Abschluss verwandelte sich die Bühne in eine kleine Taylor-Swift-Show, als gleich mehrere Kinder zu ihrem Hit „The Fate of Ophelia“ tanzten. Auch das bayerische Volkslied „Gickerl Gockerl“, intoniert von den St. Georgener Musiwuidn, wurde vom Publikum mit viel Applaus aufgenommen.

Zum Ende des Festes rückte schließlich doch noch eine Person in den Mittelpunkt. Nach 43 Jahren verabschiedete sich Silvia Arndt aus dem Kindergarten St. Georgen. 1983 begann sie dort als Berufspraktikantin, ein Jahr später wurde sie als Erzieherin übernommen. Seit 2002 leitete sie die Einrichtung. Damit hat sie den Kindergarten über mehr als vier Jahrzehnte begleitet, zunächst in der Gruppe, später als Leiterin.

Neben Bürgermeister Hans-Peter Dangschat verabschiedeten auch Abteilungsleiter Bernhard Pecher, der Elternbeirat sowie ihre bisherige Kollegin und künftige Leiterin Sandra Milkovic die langjährige Kollegin. Sie beschrieben Silvia Arndt als großartige Führungskraft, die Veränderungen nie aus dem Weg gegangen sei und Werte wie Respekt, Wertschätzung und Verlässlichkeit nie aus den Augen verloren habe. Immer wieder wurde ihre Fähigkeit hervorgehoben, unterschiedliche Interessen zusammenzuführen und Lösungen zu finden, die von allen getragen werden konnten.

„Sie haben Generationen von Kindern mit Fachlichkeit, mit Erfahrung und mit einem großen Herzen auf ihren ersten Wegen begleitet und für das Schulleben vorbereitet“, betonte Bürgermeister Dangschat. „Viele Familien verbinden den Kindergarten St. Georgen mit Ihnen. Dafür danke ich Ihnen sehr.“ Zugleich gratulierte er Sandra Milkovic zur neuen Aufgabe. „Sie kennen den Kindergarten seit vielen Jahren und wissen, was ihn ausmacht. Ich wünsche Ihnen einen guten Start und viel Freude bei dieser verantwortungsvollen Aufgabe.“

Sichtlich bewegt nahm Silvia Arndt die vielen persönlichen Worte entgegen. Am Ende flossen doch noch einige Tränen. Die Stadt Traunreut verabschiedet sie mit den besten Wünschen in den Ruhestand und gratuliert ihrer Nachfolgerin Sandra Milkovic zum Start als neue Leiterin des Kindergartens St. Georgen.

Foto 1_Einen ganz besonderen Ort haben die Erzieherinnen um Leitung Silvia Arndt (Mitte) in St. Georgen geschaffen.  (Foto Gastager)

Foto 2_Erster Bürgermeister Hans-Peter Dangschat bedankt bei Silvia Arndt für 43 Jahre professionelle und engagierte Arbeit.

Foto 3_Fulminanter Abschluss im k1: Alle Kindergartenkinder und Erzieherinnen singen gemeinsam „All in“. (Foto Gastager)

Terminanfrage Bürgeramt